Stephanie, eine sympathische Lebensretterin

21jährige Würzburgerin spendet Stammzellen

Montag, 17. August - Grundigstadion oder wie es im Fanmund heißt Max-Morlock-Stadion Nürnberg. Es ist gerade Halbzeitpause beim Spiel des 1. FC Nürnberg gegen 1860 München. Die Löwen haben gerade das 1 : 0 erzielt.

 

Ich habe es vernommen, aber jetzt galt es erst mal einen wichtigen Termin wahr zu nehmen. Ich habe mich verabredet mit Meli. Ja genau "unsere Meli".  Aber heute geht es nicht um Meli. Meli hat eine gute Bekannte mitgebracht - Stephanie. Steffi hat Stammzellen gespendet.

 

Ein junges Mädchen, das einem Menschen das Leben gerettet hat, ist immer eine gute Story. Ich freute mich auf dieses Treffen. Ein nettes Mädchen begrüßte mich. Nach ein wenig Smalltalk über das Spiel, kamen wir zum eigentlichen Thema. Die Stammzellspende.

 

Dadurch, dass Stephanies Papa nierenkrank ist, ist Organspende schon immer ein Thema in der Familie. Typisieren lassen wollten sie sich auch schon immer mal  und da bot sich einfach auch die Gelegenheit!

 

Stephanie ist bei der Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) in Gauting registriert.  Welch ein Zufall, vor ein paar Wochen machten wir von "Hilfe für Anja" ein Aktion mit der AKB in München gegen 1860. Heute treffe ich Steffi, in Nürnberg gegen 1860.

AKB, Knochenmarkspenderzentrale Düsseldorf, oder Netzwerk Hoffnung, egal wo man registriert ist, Hauptsache man ist registriert! Alle Datenbanken müssen in das zentrale Register nach Ulm melden.

 

Steffi erzählte, dass sie eine Anfrage zur Stammzellspende erhielt, aber  dann doch nicht gebraucht wurde. Anfang diesen Jahres erhielt sie wieder einen Anruf von der netten Dame der AKB. Steffi hatte schon ein mulmiges Gefühl, denn dieses Mal scheint es wirklich ernst zu werden.

 

Ein paar Tage vor der Transplantation musste Steffi dafür sorgen, dass sich die Stammzellen vermehren, sie musste sich ein Präperat verabreichen, dass die Stammzellen in großen Mengen produzierte. Bei ihr setzten auch gleich die Nebenwirkungen ein, Gliederschmerzen, Kopfweh, sie wirkte schlapp. Ab einen gewissen Zeitpunkt gibt es dann aber auch kein zurück mehr - wollte sie auch nicht. Sie war immer im Kontakt mit Gauting und mit ihrem Hausarzt.

 

Ein Problem hatte Sie aber noch, sie hatte eigentlich panische Angst vor Spritzen, daher reiste Sie auch mit ihrer Mama an, damit sie nicht so alleine ist. Von Seiten ihres Arbeitgebers gab es überhaupt kein Problem.

 

Die Betreuung in Gauting war super und das bisschen Skepsis, dass sie hatte, war schnell weg. Und die Panik vor Spritzen, überhaupt kein Problem mehr. "Es war super, alle waren nett und lasen mir jeden Wunsch von den Lippen. Kein Unwohlsein, keine Gliederschmerzen. Ich war einfach nur glücklich, jemanden helfen zu dürfen".

 

Auf die Frage hin, ob sie es nochmal machen würde, kam ein spontanes "JA - selbstverständlich". Wer ihre Stammzellen bekommen hat, weiß sie nicht, noch nicht, aber sie hofft schon, dass sie ihren genetischen Zwilling kennen lernen darf. Bisher hat sie noch nichts gehört. Spender und Patient dürfen sich frühestens nach 2 Jahren treffen. Da hat Steffi ja noch ein wenig Zeit.

 

Meli hörte dem Gespräch ganz aufmerksam zu. Ja sie hörte jetzt die andere Seite, so wie es auch ihrem unbekannten Spender ergangen sein muss. Sie kennt ja nur ihre Sicht, die des Patienten. Meli ist auf jeden stolz, der sich dafür entscheidet, Stammzellspender zu werden.

 

Noch stolzer ist sie, dass aus ihrer Aktion im April 2014 auch schon eine junge Dame zum Lebensretter wurde. Wir kennen sie leider nicht, da es ja einen Datenschutz gibt, aber vielleicht meldet sich die Dame mal und wir dürfen auch mit ihr sprechen.

 

Sollte noch jemand die "Nadel im Heuhaufen" gewesen sein, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr euch mit uns in Verbindung setzt. Über Helden berichten wir immer wieder gerne!

 

Die Halbzeitpause ist nun vorbei. Wir verabschieden uns voneinander. Mir war klar, wenn jetzt die 2. Hälfte angepfiffen wird, egal wie das Spiel ausgeht, egal wer wie viele Tore noch schießt, heute werden keine neuen Helden geboren.

 

Stephanie ist meine Heldin des Abends, das was Sie geleistet hat, können keine 22 Fußballspieler  toppen.

 

Vielen Dank Stephanie!

 

 


Ich bin Knochenmark- bzw. Stammzellspender!

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