Informationen für Knochenmarkspender

Warum Knochenmark/Blutstammzellen spenden?

Alle 35 Sekunden erkrankt ein Mensch an Blutkrebs, wie z. B. Leukämie.  Alleine in Deutschland sind es etwa 11.000 Menschen pro Jahr. Nur einem Teil dieser Patienten kann alleine durch Medikamente geholfen werden. Für viele ist die Transplantation von Knochenmark oder Blutstammzellen gesunder Spender die einzige Chance, die Krankheit zu überwinden.

Übereinstimmung der HLA-Gewebemerkmale
Wichtig für den Erfolg einer Blutstammzelltransplantation ist eine nahezu vollständige Übereinstimmung der HLA-Gewebemerkmale (HLA = Humane [menschliche] Leukozyten Antigene) von Empfänger und Spender, da ansonsten Abstoßungsreaktionen ausgelöst werden. Für etwa ein Drittel der Patienten können HLA-identische Geschwister-Spender ermittelt werden. Bei Eltern und anderen nahen Verwandten ist die Chance schon sehr viel geringer.

Die Suche nach dem passenden Spender
Bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten muss daher nach einem nicht verwandten Spender gesucht werden. Diese Suche nach dem passenden Spender wird in Deutschland vom ZKRD durchgeführt, das auch auf die internationalen Spenderdaten Zugriff hat. Die Aussicht, dass ein passender Spender gefunden wird, ist von den Gewebemerkmalen des Patienten abhängig. Es gibt zwar Gewebetypen, die relativ häufig vorkommen, oftmals haben Personen aber seltenere Typen, die im Extremfall Unikate in Deutschland oder gar in der ganzen Welt darstellen!

Ablauf einer Spende

Heute gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, Blutstammzellen zu spenden.

Bei der peripheren Blutstammzellentnahme wird dem Spender für fünf Tage ein Wachstumsfaktor verabreicht. Dieser bewirkt den Übergang von Blutstammzellen ins Blut. Die Zellen werden dann dem Spender ähnlich wie bei einer Dialyse ambulant entnommen. Dieses spezielle Verfahren wird Stammzellapherese genannt. Hierbei wird das Blut des Spenders in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch einen Zellseperator geleitet und über die andere Armvene wieder zurückgeführt. Diese Art der Stammzellgewinnung dauert etwa 3-4 Stunden. In einigen Fällen muss sie am folgenden Tag wiederholt werden, um die benötigte Menge an Stammzellen zu erhalten.
Da dies die mittlerweile gebräuchlichere Methode ist, spricht man in den meisten Fällen nicht mehr von einer Knochenmarktransplantation, sondern von einer Blutstammzelltransplantation. Das Knochenmark ist nicht mit dem Rückenmark zu verwechseln. Das Rückenmark stellt einen Teil des Nervensystems dar und kann nicht transplantiert werden.
Bei der klassischen Knochenmarkspende wird unter Vollnarkose ca. 1 – 1,5 Liter Knochenmark aus dem Beckenknochen des Spenders entnommen.  Die Entnahme erfolgt unter sterilen Bedingungen und dauert etwa eine Stunde. In der Regel kann das Krankenhaus bereits am Tag nach der Entnahme wieder verlassen werden. Das entnommene Knochenmark bildet sich in wenigen Wochen vollständig nach.

Risiken einer Spende

Bevor ein Spender Blutstammzellen für einen Patienten spenden kann, erfolgt noch einmal ein ausführliches Aufklärungsgespräch über eventuelle Risiken und eine gründliche medizinische Untersuchung, um einen guten gesundheitlichen Zustand des Spenders sicherzustellen. Erst wenn alle Untersuchungsergebnisse in Ordnung sind, darf der Spender Blutstammzellen spenden. Je nach Methode der Blutstammzellspende können unterschiedliche Risiken bestehen:

Die periphere Blutstammzellspende ist die modernere und inzwischen gängigere Art Blutstammzellen zu gewinnen. Der Spender wird mit dem Wachstumsfaktor G-CSF behandelt, der den Übergang von Blutstammzellen ins Blut bewirkt. Als Nebenwirkung dieser Behandlung können grippeähnliche Beschwerden (Kopf- und Gliederschmerzen) auftreten, die sich aber mit Schmerzmitteln behandeln lassen und unmittelbar nach der Behandlung wieder abklingen. Langzeiteffekte sind seit dem Beginn des Einsatzes im Jahr 1989 bisher nicht bekannt geworden.

Bei der Knochenmarkspende werden mehrere kleine Einstiche im Bereich des Beckenknochens vorgenommen, die Blutergüsse hinterlassen und erfahrungsgemäß einige Tage etwas schmerzen können. Da die Entnahme des Knochenmarks unter Vollnarkose geschieht, besteht außerdem das übliche Narkoserisiko. Sonstige Beschwerden, wie etwa der Wundschmerz, werden naturgemäß von den Spendern unterschiedlich, aber meist nicht gravierend erlebt. Das Knochenmark selbst wird schon nach kurzer Zeit vom Körper nachgebildet. In seltenen Fällen können bei der Behandlung mit G-CSF und bei der Entnahme von Knochenmark oder peripherem Blut allergische Reaktionen auftreten.

Jeder Spender hat darüber hinaus jederzeit die Möglichkeit seine Einverständniserklärung zur Spende ohne Angabe von Gründen zurückzuziehen. Wurde jedoch bereits mit der Behandlung des Patienten begonnen, ist dieser auf ein Transplantat angewiesen. Andernfalls würde er in eine lebensbedrohliche Situation geraten.
Wenn Sie weitere Informationen benötigen, können wir Ihnen die Seite des ZKRD anbieten, die sehr viel Aufklärung bietet,
oder Sie besuchen die Seiten unserer Partner:

Hier geht´s zum Infoflyer von Hilfe für Anja e.V.: